Sterbegeldversicherung trotz Erbausschlagung

Bevor man ein Erbe antritt, sollte man sich genau über den Vermögensstand des Verstorbenen informieren – denn nicht nur Besitz, sondern auch Schulden sind erblich. Um der Schuldenfalle zu entgehen, können Hinterbliebene das Erbe ausschlagen. Doch was geschieht mit einer Sterbegeldversicherung, wenn es zu einer Erbausschlagung kommt? Was sieht in diesem Fall das Erbrecht vor? In dem folgenden Text erfahren Sie das wichtigste zum Thema Erbschaft und Sterbeversicherung.

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Ausschlagen des Erbes sollte wohl überlegt sein

Sterbegeldversicherung trotz Erbausschlagung

Sterbegeldversicherung trotz Erbausschlagung

Ob man ein Erbe antreten soll oder nicht, ist immer dann eine heikle Frage, wenn man nur wenig über die Finanzen des Verstorbenen weiß. Egal wie man sich letztendlich entscheidet, man sollte sich zunächst umfassen dinformieren und die Erbschaft auf keinen Fall vorschnell ausschlagen. Ist dieser Schritt nämlich erst einmal getan, ist er nur sehr schwer rückgängig zu machen – dies belegen zahlreiche aktuelle Gerichtsurteile.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Sterbegeldversicherung als Teil des Nachlasses.

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Oberlandesgericht Düsseldorf: Keine Anfechtung nach vorschneller Entscheidung

So hatte beispielsweise ein Mann, dessen Mutter zu Lebzeiten immer über Geldmangel geklagt hatte, bereits nach einer Woche die Erbschaft ausgeschlagen. Diese Ausschlagung wollte er anfechten, nachdem er erfuhr, dass die Mutter hohe Geldbeträge ansgespart hatte. Das OLG Düsseldorf erteilte dem potentiellen Erben allerdings eine Absage: Eine Anfechtung sei nicht möglich, da der Sohn sich vor der Erbausschlagung nicht ausreichend informiert habe. (AZ: I-3 Wx 123/08).

Bestattungskosten werden nicht mehr übernommen

Da seit 2004 die Krankenkassen kein Sterbegeld mehr auszahlen, schließen immer mehr Deutsche eine Sterbegeldversicherung ab, um Ihre Hinterbliebenen nicht mit den hohen Bestattungskosten von mehreren Tausend Euro zu belasten. Was jedoch, wenn diese das Erbe aufgrund einer Überschuldung nicht angetreten wird? Ist es für Hinterbliebene möglich, die Leistungen aus einer Sterbegeldversicherung trotz Erbausschlagung zu erhalten?

Sterbegeld gehört nicht zum Nachlass

Fragt man einen Rechtsanwalt lautet die Antwort hierzu eindeutig: Ja, auch wer das Erbe ausschlägt, kann die Sterbeversicherung zur Deckung der Beerdigungskosten heranziehen. Der Grund ist einfach: Die Sterbeversicherung gehört offiziell nicht zum Nachlass, ist also kein Teil der Erbmasse. Die Auszahlung der Versicherungssumme erfolgt also auch nach der Ausschlagung des Erbes.

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Vertrag zu Gunsten Dritter

Dies ist auch logisch, da die Versicherung wird zu Lebzeiten vom Versicherten meist deswegen abgeschlossen, da der er davon ausgeht, dass Partner oder Kinder die Bestattungskosten nicht aus ihrem Erbteil begleichen können. Der juristische Hintergrund: Der Verstorbene (Erblasser) erwirbt mit der Versicherung keinen Leistungsanspruch. Bei der Sterbegeldversicherung handelt es sich um einen Vertrag zu Gunsten Dritter – das Geld erhält schließlich der Hinterbliebene, der die Kosten der Beerdigung übernehmen muss. Auch die VDK Sterbegeldversicherung bietet hohe Leistungen.

Andere Versicherungen können Teil der Erbmasse sein

Im Todesfall ist durch eine entsprechende Versicherung also die Übernahme der Kosten und ein für die Hintebliebenen ein Abschied in Würde sicher gestellt. Achtung! Andere Versicherungen können aber sehr wohl einen Teil der Erbmasse darstellen, so z. B. eine Lebensversicherung. Ist nicht ausdrücklich eine dritte Person als Versicherungsnehmer vorgesehen, haben die Hinterbliebenen nach der Ausschlagung keinen Anspruch mehr auf Leistungen aus diesen Versicherungen.

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Hohe Kosten bei Bestattung

Nicht immer muss ein Anwalt eingeschaltet werden, wenn es um das Erbe oder es um die Art der Beisetzung geht. Bei eine Sterbegeldversicherung werden die Kosten der Bestattung zu 100 Prozent übernommen. Selbst ein Anwalt für Erbrecht, kann keine Maßnahmen gegen die Sterbeversicherung unternehmen, wenn der Versicherte vorher alles schriftlich der Versicherung mitgeteilt hat. Das Geld ist nicht für die Hinterbliebenen gedacht, doch laut dem BGB können die Bestattungskosten übersichtlich gehalten werden. Tarifrechner für Lebensversicherungen bieten für diese Form der Absicherung auch einen Vergleich an. Mehr zur Targobank Lebensversicherung.

Die wichtigsten Infos im Überblick

Eine Ausschlagungserklärung muss nach §1944 BGB innerhalb von 6 Wochen nach Kenntnis des Todes erfolgen, dies ist nach §344 Abs. 7 FamFG bei dem Nachlassgericht am Wohnsitz des Erben erfolgen. Da die Sterbegeldversicherung nicht Teil des Nachlasses ist, hat der Begünstigte auch dann ein Recht auf Auszahlung, wenn er das Erbe ausschlägt. Eine Sterbegeldversicherung dient lediglich zur Deckung der Beerdigungskosten bzw. Grabpflege, darüber hinaus sind die Hinterbliebenen nicht vor den finanziellen Folgen eines Todesfalls geschützt.

Sterbegeldversicherung trotz Erbausschlagung

Wer ein Erbe aufgrund einer Überschuldung des Erblassers nicht annehmen will, kann dennoch Leistungen der Sterbegeldversicherung erhalten. Diese gehört nicht zum Nachlass und bleibt somit von einer Erbausschlagung unberührt – dies ist im Erbrecht eindeutig geregelt. Auch wenn das Sterbegeld auf jeden Fall ausgezahlt wird, sollte man sich genau überlegen, ob man eine Erbschaft ausschlagen will; eine einmal getroffene Entscheidung zu revidieren ist nämlich nur sehr schwer möglich.

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